piercings are more than jewelry – they are energy, expression and healing combined.

Rechtliche Aspekte bei Bodymodification

Wie alt muss man sein um sich piercen zu lassen? Muss ein Erziehungsberechtigter dabei sein? Wie sieht es mit Tattoos aus?

Piercing & Tätowieren in Österreich: Altersgrenzen, Regeln und was du wissen musst

Ob Tattoo, Piercing oder gedehnte Ohrlöcher – für viele ist Körperkunst ein Ausdruck von Persönlichkeit, Individualität oder sogar Spiritualität. Doch vor allem bei Jugendlichen und Eltern tauchen oft Fragen auf:

  • Ab wann darf man sich in Österreich tätowieren oder piercen lassen?
  • Welche Regeln gelten?
  • Und was ist beim Dehnen von Ohrlöchern erlaubt?

Hier findest du alle Antworten – klar, verständlich und rechtlich fundiert.

1. Tätowieren in Österreich: Ab wann ist es erlaubt?

In Österreich regelt das Bundesgesetz über die Durchführung kosmetischer Behandlungen (KosmetikVO) unter anderem, ab welchem Alter Tätowierungen erlaubt sind. Die Vorschriften gelten bundesweit – also egal ob du in Wien, Tirol oder der Steiermark lebst.

Altersfreigaben für Tattoos:

  • Unter 16 Jahren: Tätowieren ist verboten. Kein Studio darf Minderjährige unter 16 Jahren tätowieren – auch nicht mit Zustimmung der Eltern.
  • 16 bis 18 Jahre: Tätowieren ist erlaubt, aber nur mit schriftlicher Einwilligung der Erziehungsberechtigten. Die Eltern oder Obsorgeberechtigten müssen oft zusätzlich persönlich anwesend sein oder zumindest telefonisch erreichbar sein, damit das Studio die Zustimmung verifizieren kann.
  • Ab 18 Jahren: Tätowieren ist frei erlaubt. Du entscheidest selbstständig.
Wichtig zu wissen:

Auch bei 16- bis 18-Jährigen behalten sich viele Studios vor, bestimmte Motive oder Körperstellen abzulehnen (z. B. Gesicht, Hände, Hals), da Tattoos dort schwer zu verbergen und langfristig beruflich problematisch sein können.

2. Piercings in Österreich: Das sagt das Gesetz

Beim Piercen gelten in Österreich ähnliche Regelungen – allerdings etwas differenzierter, da Piercings meist als weniger dauerhaft als Tattoos eingestuft werden.

Altersfreigaben für Piercings:

  • Unter 14 Jahren: Piercings sind nur mit ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung der Erziehungsberechtigten erlaubt. Manche Studios verlangen sogar die Anwesenheit eines Elternteils, vor allem bei intimere oder riskantere Piercings.
  • 14 bis 18 Jahre: Mit schriftlicher Einwilligung eines Erziehungsberechtigten ist Piercen erlaubt. Viele Studios führen jedoch bestimmte Piercings – z. B. Intimpiercings oder Brustpiercings – erst ab 16 oder sogar erst ab 18 Jahren durch, auch wenn die Zustimmung vorliegt.
  • Ab 18 Jahren: Piercen ist uneingeschränkt möglich.

Besonderheit: Ohrlöcher

Das klassische Ohrlochstechen zählt offiziell nicht zu den körperverändernden Eingriffen und kann bereits bei Kindern durchgeführt werden – oft ab etwa 6 Jahren, aber nur mit Einverständnis der Eltern. Die meisten Juweliere oder Piercingstudios halten sich an eine Mindestaltergrenze von 6 bis 8 Jahren und lehnen Ohrlochstechen bei Kleinkindern zunehmend ab – aus ethischen Gründen und wegen des Infektionsrisikos.

Ich pierce seit Jahren vorwiegend Kinder, wende dich bei weiteren Fragen dazu gerne an mich. Schreib mir eine Nachricht.

3. Ohrloch dehnen – was gilt rechtlich?

Das Dehnen (auch “Stretching”) von Ohrlöchern fällt nicht unter ein eigenes Gesetz, wird aber rechtlich ähnlich wie ein Piercing behandelt – also als körperverändernde Maßnahme.

Was bedeutet das konkret?

  • Unter 14 Jahren: Dehnen ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Eltern erlaubt. Viele Studios führen es in diesem Alter gar nicht durch.
  • Ab 14 Jahren: Mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten kann das Dehnen begonnen werden – vorausgesetzt, ein gut verheilter Ohrstecker ist vorhanden.

Wichtig beim Dehnen:

Es handelt sich um einen langwierigen Prozess, bei dem das Gewebe schrittweise gedehnt wird – idealerweise in 0,5 bis 1 mm Schritten alle paar Wochen. Zu schnelles Dehnen kann zu Rissen, Narbenbildung oder sogar dauerhaft geschädigtem Gewebe führen. Ab einem Durchmesser von ca. 8–10 mm zieht sich das Loch in der Regel nicht mehr vollständig zurück, auch wenn der Schmuck entfernt wird.

Ein verantwortungsbewusstes Studio klärt über Risiken, Pflege und den langfristigen Effekt auf – denn ein gedehntes Ohrloch ist mitunter nur durch plastische Chirurgie rückgängig zu machen.

4. Hygiene, Aufklärung & Verantwortung

Egal ob Tattoo, Piercing oder Dehnung

Alle professionellen Studios in Österreich sind verpflichtet, folgende Standards einzuhalten:

Aufklärungspflicht: Über Risiken, Pflege und mögliche Komplikationen muss informiert werden – idealerweise schriftlich.

Sterile Arbeitsweise: Einwegmaterialien, desinfizierte Flächen und sterile Nadeln sind Pflicht.

Dokumentation & Einverständniserklärung: Vor jedem Eingriff wird ein Formular unterschrieben – bei Minderjährigen inkl. elterlicher Zustimmung.

Fazit: Körperkunst braucht Verantwortung

Tätowierungen und Piercings sind eine wunderschöne Art, sich selbst auszudrücken – aber sie bleiben oft ein Leben lang. Umso wichtiger ist es, nicht nur das Motiv oder den Schmuck, sondern auch das richtige Studio, die gesetzliche Lage und die eigene Reife zu berücksichtigen.

Ob du dich tätowieren lässt, ein Piercing wählst oder deine Ohrlöcher dehnst – geh diesen Schritt bewusst, gut informiert und mit Respekt vor deinem Körper.

Weiterführende Links & Quellennachweis

Quellen:

Broschüre Jugendservice Tattoo und Piercing

Konsumentenfragen

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